Der AfD-Bundestagsabgeordnete Christoph Birghan sieht im EFI-Gutachten 2025 ein Warnsignal: Deutschlands Innovationskraft sinkt durch Bürokratie, Energiekosten und Digitalrückstand. Das jüngste Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) bezeichnet Birghan als „Menetekel für die Ära Merz“. Deutschland ist erstmals seit Jahren aus den Top 10 der innovativsten Volkswirtschaften gefallen.
„Auf rund 160 Seiten listet die EFI in ihrem Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands das Versagen der Ampelkoalition und den dringenden Handlungsbedarf für die neue Bundesregierung auf“, betont Birghan. Das Papier lese sich, so der Abgeordnete weiter, „wie ein Appell, dessen Verfasser am Rande des Fatalismus wandeln“.
Tatsächlich fällt die Diagnose der Experten ungewöhnlich deutlich aus. Das bereits am 26. Februar 2025 veröffentlichte und nun im Forschungsausschuss vorgestellte Jahresgutachten konstatiert eine besorgniserregende Entwicklung der deutschen Innovationskraft.
EFI-Vorsitzender Professor Uwe Cantner sprach von „äußerst problematischen Zeiten“ und warnte, die einstige „Kraftmaschine der Vergangenheit“ verliere zunehmend ihre Wirkung. Die Kommission konstatiert, dass Deutschland in zentralen Zukunftsfeldern wie Digitalisierung und Quantentechnologien zwar Potenziale besitze, diese aber zu wenig nutze.
Birghan sieht vor allem in der politischen Schwerpunktsetzung einen Grund für den Rückstand. Deutschlands Bürger und Unternehmen litten seit Jahren unter „hohen Energiekosten, einer zerfallenden Infrastruktur und einer wuchernden Bürokratie“.
Hinzu komme eine einseitige Konzentration auf Klimapolitik bei gleichzeitiger Vernachlässigung von digitalen Schlüsseltechnologien: „Dazu kommt eine einseitige Schwerpunktsetzung im, die Wirtschaft eher belastenden, Bereich der Dekarbonisierung bei gleichzeitiger Vernachlässigung von digitalen Schlüssel- und Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz und Quantentechnologie.“
Auch bei Patentanmeldungen, die ein wichtiger Indikator für die Innovationsleistung sind, verliert Deutschland weiter an Boden. Laut dem „Global Innovation Index 2025” der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ist Deutschland erstmals seit Jahren aus den Top 10 der innovativsten Volkswirtschaften herausgefallen und belegt nun Platz 11.
Während China auf Rang 10 aufrückt, bleibt Deutschland hinter Ländern wie den USA, Südkorea und Schweden zurück. Insbesondere bei den sogenannten Inputfaktoren, also den politischen, finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen für Forschung, liegt die Bundesrepublik nur noch auf Rang 15.
„Schwarz auf weiß kann nun jeder nachlesen, dass unsere Bundesregierungen lediglich im Bereich ihrer Versprechen und Ankündigungen noch Kreativität und Innovation erkennen lassen“, sagte er.
Die AfD-Bundestagsfraktion habe die Probleme seit Jahren benannt und werde weiter darauf drängen, dass Deutschland „zurück auf den Wachstumspfad“ finde. Statt eines „selbstgefälligen“ Staats brauche es, so Birghan, „endlich einen schlanken Staat, der Innovation fördert und nicht hemmt“.
Die Lage Deutschlands im internationalen Vergleich zeigt, dass die Zeit drängt: Zwischen Bürokratie, Energiekosten und stockender Digitalisierung droht das Land, den Anschluss an die Weltspitze endgültig zu verlieren.